Full text : Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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nenbauindustrie  in  einem  Hindernis  prinzipieller  Natur  gefunden  zu  haben.
Er  weist  auf  den  verschiedenen  Charakter  der  Maschinenfabriken  einerseits
und  der  Kohlenzechen  und  Eisenwerke  andererseits  hin.  Die  Maschinenfabriken ­
  sind  Betriebe  der  Individualarbeit,  und  Kohlenzechen  und  Eisenwerke ­
  Betriebe  der  Massenfabrikation.  Infolge  der  großen  Nachfrage  ist
z.  B.  in  den  Stahlwerken  die  gesamte  Maschinerie  so  eingestellt,  daß  sie
fast  automatisch  ganz  gleiche  Produkte  in  beliebigen  Mengen  herstellen
kann.  Das  Einzelprodukt  verlangt  keinerlei  besondere  Berücksichtigung.
„Der  Maschinenbau  dagegen  trägt  ganz  und  gar  den  Charakter  der  individualisierenden ­
  Industrie:  jedes  Stück  wird  nach  Zeichnung  angefertigt,
erst  eine  große  Anzahl  aufs  subtilste  ausgeführter  Einzelstücke  ergibt  das
fertige  Produkt,  und  ein  großer  Teil  der  Gesamtarbeit  spielt  sich  deshalb
im  Zeichensaal  und  im  Konstruktionsbureau  ab,  wo  immer  nur  für  eine
relativ  kleine  Anzahl  von  einzelnen  Produktionen  die  Vorbereitungen
getroffen  werden  können.  In  der  Maschinenindustrie  wird  allenfalls  am
technischen  Apparat  etwas  geändert,  wenn  einmal  eine  neue  Erfindung  gemacht ­
  ist;  der  Produktionsvorgang  selbst  läuft  lange  Zeit  unverändert
fort...  In  der  Maschinenbauindustrie  jedoch  müssen  für  jeden  Auftrag  besondere ­
  Anforderungen  getroffen  werden,  zumal  in  den  ganz  großen
Maschinenfabriken,  die  sich  auf  die  Herstellung  von  Gesamtanlagen  oder
von  Kraftmaschinen  geworfen  haben;  denn  da  heißt  es,  sich  dem  besonderen ­
  Kraftbedarf  oder  auch  einer  gegebenen  Kraftquelle  in  jedem  Einzelfalle ­
  anzupassen,  da  ist  die  geforderte  Leistungsfähigkeit  der  Gesamtanlage
bald  hoch,  bald  niedrig,  da  sind  Geländeverhältnisse  zu  berücksichtigen,
und  was  der  ewig  wechselnden  Momente  mehr  sind.“
„Und  damit,“  fährt  Wiedenfeld  fort,  „ist  das  Trennende  berührt:  Betriebe ­
  der  Massenfabrikation  und  Betriebe  der  Individualarbeit  ergeben
kein  Einheitsuntemehmen..'.  .  Denn  dort  hat  der  Leiter  um  den  einzelnen
Produktionsvorgang  sich  so  gut  wie  gar  nicht  zu  kümmern;  er  gibt  die  allgemeine ­
  Direktive  und  sorgt  im  ganzen  für  ein  richtiges  Zusammenarbeiten
der  verschiedenen  Betriebe  seiner  Unternehmung,  hält  aber  vor  allem
seinen  Blick  nach  außen  gerichtet,  von  woher  der  Weltmarkt  ihm  die
wechselnde  Aufgabe  stellt.  Im  Maschinenbau  dagegen  muß  der  Leiter  jedem
Auftrag  seine  volle  Aufmerksamkeit  widmen,  er  muß  Sorge  tragen,  daß
den  Offerten  bei  guter  Arbeit  doch  die  niedrigstmöglichen  Preisforderungen
eingefügt  werden,  um  die  großen  Submissionen  seinem  Werk  zu  sichern;
auf  ihm  liegt,  daß  die  Ausführung  dann  den  ganz  speziellen  Bedingungen
angepaßt  werde  und  in  der  Qualität  den  technischen  Ruf  der  Fabrik  bewähre. ­
  Ganz  anders  oft,  als  der  Leiter  eines  massenindustriellen  Werkes,
muß  er  in  den  Werkstätten  das  Arbeiten  beobachten  und  kontrollieren.
Sein  Blick  ist  stark  nach  innen  gerichtet  und  auch  nach  außen  anders  als
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