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Die Ausgaben zeigen in ihren einzelnen Teilen nicht die
großen Verschiedenheiten wie die Einnahmen, welche letztere durch
die Örtlichkeit, die Natur der Arbeiten und die Organisation der
Gesellschaft stark beeinflußt werden:
Die Ausgaben sind die Folge von Bedürfnissen, wie sie sich aus der
Natur des Menschen ergeben. Ihre Verschiedenheiten beanspruchen zwar
großes Interesse und müssen durch die Methode in allen Einzelheiten unter
sucht werden. Aber immer werden sie von den Bedürfnissen des Menschen
entscheidend bestimmt *).
Le Play teilt die Ausgaben in fünf Abteilungen: a) Nahrung,
b) Wohnung, c) Kleidung, d) Ausgaben für moralische Bedürfnisse,
Erholung und Gesundheitsdienst, e) solche für eigene Nebenarbeiten,
Schulden, Steuern und Versicherungen (Betriebsausgaben).
Wir wollen uns hier nur mit der vierten Abteilung, also mit
den Ausgaben beschäftigen, welche geistigen Bedürfnissen und
der Körpergesundheit dienen. Wenn diese Ausgaben auch
rein zahlenmäßig im Budget keine große Bolle spielen, so legt doch
Le Play auf sie großen Wert; er sagt geradezu:
Man erhält durch diese Untersuchung nicht nur über das materielle
Leben Aufklärung, sondern auch über das intellektuelle und sittliche Leben.
Wie die Monographien der „Ouvriers europeens“ zeigen, gibt es in der Lebens
weise des Arbeiters kaum ein Gefühl oder eine erwähnenswerte Handlung,
die nicht im Budget der Einnahmen oder Ausgaben ihre Spur hinterließe 1 2 ).
Wenn auch manche dieser Bedürfnisse vom modernen Staate be
friedigt werden, ohne das Budget der einzelnen Staatsangehörigen
direkt zu belasten, so bleibt doch dem Einzelnen noch viel zu tun
übrig. So erwähnt 3 ) Le Play z. B. die jährlichen Seelenmessen, die
in katholischen Gegenden für die Verstorbenen der Familie gelesen
werden, und er ist geneigt, aus solchen in Geld meßbaren seelischen
Bedürfnissen weittragende Schlüsse zu ziehen. Er sagt:
Die regelmäßige Feier dieser Jahresgedächtnisse und der Pomp, der dabei
entfaltet wird, sind in vielen Fällen ein ausgezeichnetes Maß der Stärke oder
der Schwäche der sittlichen Gefühle.
Ebenso deuten Ausgaben für Versicherungen, Anlage von Erspar
nissen usw., worin sich die Wirtschaftlichkeit einer Familie zeigt,
auf einen höheren sittlichen Zustand als das vollständige Fehlen
solcher Ausgaben; oft werden sie der Lage der Dinge nach nicht
1 ) 0. E., 1. Aufl., 31.
2 ) 0. E. I, 237.
3 ) 0. E., 1. Aufl., 41.